U20-Support

Hallo Linzer !

Unsere Gruppe wird in der kommenden Saison die U20-Mannschaft des EHC Linz aktiv unterstützen. Wir werden alle unsere Kraft dahingehend einsetzen und deshalb nicht mehr organisiert die Spiele der Kampfmannschaft besuchen. Warum wir uns zu diesem schweren Schritt entschieden haben, möchten wir euch hiermit erklären:

Dass man als (Linzer) Auswärtsfan von der Liga und den anderen Vereinen durch Fahnenverbote, Choreographieverbote und Spruchbandzensur seit Jahren schikaniert wird, ist leider schon Alltag.

Dass nun auch unser Verein bei den eigenen und Gästefans mit Repression, Verboten und Zensur auffährt, ist aber neu. Ohne sich ernsthaft mit den Anliegen der aktiven Fans auseinanderzusetzen, versucht man diese nun möglichst effektiv einzuschränken. Der Fan ist ja auch nichts (mehr) wert. Aussagen von unserem Manager wie „Was die Fans denken ist mir scheißegal“ oder „Wenns euch nicht passt, bleibts halt daheim“ (als Antwort auf kritische Fragen von einigen mitgereisten Fans direkt nach einer desolaten Auswärtsleistung) sprechen eine deutliche Sprache:

Der Verein scheißt ganz offensichtlich auf seine Fans.

Scheinbar will man keine lauten, fanatischen, kritischen Fans (mehr), die ihr Herz dem Verein schenken. Durch unterschiedlichste Repressionen versucht man, die aktiven Fans immer wieder einzuschränken und damit zu angepassten Eventfans zu machen, welche auf ganzer Linie mit den Ansichten des Vereins übereinstimmen und ohne nachzudenken jeden Euro für gesponserte Fanartikeln, überteuerte Getränkepreise und sonstigen Firlefanz ausgeben.

Am liebsten hätte man eine Linzer Eishalle voller VIPS: Die bezahlen viel Geld, üben keine Kritik und bleiben auch nach einem Torerfolg brav auf ihrem Sitzplatz sitzen. Am besten wärs auch wenn es keine Auswärtsfans mehr gäbe, dann müsste man nicht extra einen Sektor absperren oder den einen oder anderen Ordner mehr hinstellen.

Gegen genau diese Entwicklung kämpfen wir (genauso wie gegen die Zunehmende Kommerzialisierung/“Eventisierung“) seit Jahren mit größtmöglichem Einsatz, aber dies kostet sehr viel Kraft und Zeit. Es ist ermüdend zu sehen, dass man gegen Windmühlen kämpft.

Dazu kommt noch, dass es unter den Fans auch verschiedene Ansichten bezüglich Supportstil gibt. Wenn man dann noch einen Fanbeauftragten hat, der, statt zu vermitteln, die Fangruppen gezielt gegeneinander aufhetzt, entsteht ein giftiges, misstrauisches, ja teilweise hasserfülltes Klima.

So haben wir, aufgrund der immer schlechter gewordenen Stimmung in der Linzer Eishalle, in der letzten Saison versucht, mit einem Umzug in den Sektor F (einer der wenigen Sektoren, welcher nicht durch die bestehenden Fanclubs abgesperrt wird und somit für jeden Besucher frei zugänglich ist), motivierte Fans (egal ob FC-Mitglied, Dauergast oder Tageskartenbesitzer) die Möglichkeit zu bieten, sich am aktiven Support beteiligen zu können und die abgeflaute Stimmung zu verbessern.
Leider wurde diese Idee nicht nur nicht angenommen, sondern auch noch von Seiten des Vereins und so einiger „eingefleischter“ Fans im Sektor F massiv abgelehnt und boykottiert. Mitglieder unserer Gruppe wurden bespuckt, mit Bierbechern beworfen und auch körperlich attackiert.

Die beschriebenen Zustände sind wohl für keinen Beteiligten erfreulich und führten dazu, dass es leider bei manchen Spielen zu mehr Streitereien/hitzigen Diskussionen statt gemeinsamen Spaß-haben beim Unterstützen unserer Black Wings kam.

Ein weiterer entscheidender Grund ist auch die immer mehr zu hinterfragende Vereinspolitik des EHC:

In der derzeitigen Mannschaft gibt es nur 2 Identifikationsfiguren: Michi Mayr und Philipp Lukas. Unsere #8 ist der einzige echte Linzer im Kader, spielt seit seiner Jugend für den EHC und hat niemals den Verein gewechselt. Auf der anderen Seite unser Kapitän, der seit 2000 das Jersey für unseren EHC überstreift und trotz seiner Wiener Abstammung von viele als „Linzer“ bezeichnet wird. Man möchte meinen, dass diese beiden Spieler in unserem Verein besondere Wertschätzung erfahren.

Doch weit gefehlt. Leider schätzt man von Seiten der Offiziellen diese Spieler offensichtlich viel zu wenig. Denn wie ist es zu erklären, dass ein Michi Mayr der einzige Spieler (!) in der ersten Mannschaft ist, der noch immer keinen Profivertrag hat und nebenbei einen Zweitjob ausüben muss? Andere dazugekaufte Spieler bekommen mit schon 18 Jahren einen Profivertrag, wobei Michi nach 13 Jahren und fast 600 Spielen in der Kampfmannschaft noch immer auf selbigen wartet. Philipp spielt ebenso lange in unserer ersten Mannschaft und war nicht wenige Jahre davon ein Leistungsträger und Führungsspieler. Jetzt darf unser Kapitän nur mehr in der 4. Reihe ran und erhält Eiszeit in überschaulichem Ausmaß.

Und das alles, obwohl es gerade (unter anderem) diese beiden Spieler sind, die – sofern sie Eiszeit bekommen – immer rackern, beißen und kratzen. Sie geben immer alles für unseren Verein und selbst der Gelegenheitsfan erkennt schnell, dass ihnen der EHC wirklich am Herzen liegt. Ein Wechsel zu einem anderen Verein wäre für beide wohl nur schwer vorstellbar.

Anders ist dies leider bei (fast) allen restlichen Spielern. In der Sommerpause liest man regelmäßig davon, dass dieser und jener Spieler um seinen Vertrag „pokert“ bzw. mehrere Vereine um seine Person wetteifern lässt. Der Grund warum diese Spieler in der darauffolgenden Saison für den EHC oder eben nicht spielen ist einzig und allein das Geld. Es kommt nur darauf an, dass der Spieler genug Geld bekommt. Wenn „die Kohle stimmt“, läuft er für jeden Verein auf. Identifikation mit dem „aktuellen“ Verein: NULL!

Diese Spieler scheren sich also einen Dreck um den EHC. Genau dies vermitteln sie leider oft auch deutlich, wenn sie auf dem Eis stehen. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Identifikation der Fans mit diesen Spielern gegen Null tendiert.

Unsere Verantwortlichen tun viel zu wenig dafür, damit unsere Linzer Nachwuchscracks in Zukunft in der Kampfmannschaft spielen. Anstatt diese Jungen zu forcieren, spielen wir mit 12 oder mehr Söldnern/Legionären und kaufen lediglich zum Auffüllen des Kaders junge Österreicher. Dabei gibt es im eigenen Nachwuchs immer wieder Linzer Talente, die viel Potential besitzen. Doch anstatt die jungen Spieler schrittweise an die erste Mannschaft heranzuführen und sie stückweise einzubauen damit sie in Zukunft zu festen Größen wie Mayr oder Lukas werden, gibt man ihnen meistens keine Chance.

Die Spieler- und Transferpolitik zeigt hier deutlich, dass der Verein nur noch auf kurzfristigen Erfolg und Profit aufgebaut ist – natürlich wissen wir über das Dreieck Profisport/Erfolg/Sponsoren Bescheid – aber ein nachhaltiger Nachwuchsplan mit dem Versuch eine Linzer Mannschaft aufzubauen um auch langfristig Erfolge erzielen zu können wäre möglich. Ohne ständig neue „Stars“ (welche den Verein ja doch nur schröpfen wollen und denen es egal ist, ob Sie nächstes Jahr in rot, gelb oder unter dem Logo des roten Bullen  spielen) zu überteuerten Preisen zu holen und für deren Finanzierung wieder zusätzliche Sponsoren auftreiben zu müssen.

Diese Tatsachen geben uns als kritische Gruppe natürlich zu denken und lassen uns manchmal daran zweifeln, ob dieser Weg es wert ist, unterstützt zu werden.

Nach langwierigen Überlegungen und vielen gruppeninternen Diskussionen haben wir uns nun entschlossen, ein Zeichen zu setzen und im nächsten Jahr wieder das zu tun, was uns Spaß macht: Nämlich eine junge, motivierte Linzer Mannschaft zu unterstützen, welche Eishockey spielt, da sie Spaß daran hat. Eine, mit welcher wir uns identifizieren können und welche sich auch mit unserem Verein identifiziert.

Deswegen werden wir allerdings auch schweren Herzens dem Support der ersten Mannschaft als Gruppe den Rücken zukehren und es denjenigen überlassen, die es ja eh besser wissen, wie man unsere Mannschaft unterstützt. Man wird sicher einige unserer Jungs in der Eishalle bei EBEL-Spielen antreffen, aber wir werden dort nicht als Gruppe auftreten und es wird keinen organisierten Support von unserer Seite geben.

Es ist uns klar, dass eine schwierige Saison in (fast) leeren Eishallen vor uns liegt, aber wir freuen uns auf leistbares Eishockey in Reinkultur und darauf unseren EHC – abseits von Repressionen und Kommerz – zu unterstützen. Natürlich kann sich jeder, der diesen Weg mit uns gehen möchte, uns anschließen um gemeinsam die Freude und das Feuer am ehrlichen Linzer Eishockey neu zu entfachen.

alleanza fanatica, im Sommer 2013

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